Was führt jemanden zur Tanztherapie

Der Grund, der die Menschen häufig zur Tanztherapie führt, ist die Tatsache, dass bei der Tanztherapie die Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers einbezogen werden, die bei  anderen Formen der Psychotherapie fehlen. Indem man einzelne Körperteile durch Bewegung aktiviert, aktiviert man Teile der Seele, die inaktiviert sind. Die Trennung von uns Selbst wird vielmehr durch unseren Kontakt und unsere Verbindung mit dem Körper als durch die Einschränkungen der Sprache wiederhergestellt.

Im Gegensatz zur klassischen Psychotherapie, die allein auf dem verbalen Ausdruck basiert, anerkennt der therapeutische Ansatz mittels der Kunst die künstlerischen Prozesse und Assoziationen als Spiegel der Gefühle, der Persönlichkeit und der Schwierigkeiten eines jeden Menschen. Dies geschieht auch bei der Tanztherapie. Therapeut und Patient arbeiten auf einer vorsprachlichen Ebene, auf einer Ebene, auf der man die Sprache als Ausdrucks- bzw. Kommunikationsmittel noch nicht entwickelt hatte.

Der Erwachsene benutzt oft Wörter, um seine Gefühle zu rationalisieren, und entfremdet sich dadurch von ihnen. Wenn sich jemand aber durch seine Schöpfungen ausdrückt, gelingt eine spontane und authentische Art der Kommunikation, sowohl über das, was er kennt, als auch darüber, was er nicht kennt und über sein Selbst kennenlernen will. Die Kunst bildet auf diese Weise einen Katalysator, d.h. ein Hilfsmittel, das den Menschen in seiner Ausdruckskraft stärkt.